Sie gehoeren zur Mehrheit: Rund 60 % der Deutschen schlafen auf der Seite. Das ist grundsaetzlich gesund, denn die Seitenlage haelt die Atemwege frei und reduziert Schnarchen. Aber sie stellt besondere Anforderungen an Ihre Matratze, die viele Modelle nicht erfuellen.
In der Seitenlage konzentriert sich das gesamte Koerpergewicht auf zwei Punkte: Schulter und Huefte. Wenn die Matratze an diesen Stellen nicht nachgibt, knickt die Wirbelsaeule seitlich ab. Das fuehrt zu Verspannungen, Schulterschmerzen und Rueckenproblemen. Eine Matratze, die fuer Rueckenschlaefer ideal ist, kann fuer Seitenschlaefer voellig ungeeignet sein.
Die ideale Seitenschlaefer-Matratze hat eine weiche Schulterzone, eine stuetzende Lendenzone und eine nachgiebige Hueftzone. So sinken Schulter und Huefte ein, waehrend die Taille gestützt wird. Wir haben Matratzen gezielt auf diese Anforderungen hin verglichen.
Zu harte oder gleichmaessig feste Matratze: Schulter und Huefte koennen nicht einsinken, die Wirbelsaeule knickt seitlich ab.
Zonierte Matratze mit weicher Schulter- und Hueftzone: Schulter und Huefte sinken ein, die Wirbelsaeule bleibt gerade.
Was eine Seitenschlaefer-Matratze leisten muss
Schulterzone - Der wichtigste Faktor
Die Schulterzone entscheidet ueber Komfort oder Schmerz beim Seitenschlafen. Sie muss weich genug sein, damit die Schulter 3 bis 5 cm einsinken kann. Gleichzeitig darf die Matratze insgesamt nicht zu weich sein, sonst fehlt die Stuetzung fuer die Taille. Kaltschaummatratzen mit separater Schulterkomfortzone und Viscoschaum-Modelle schneiden hier am besten ab. Mehr dazu in unserem Ratgeber zu Matratzen bei Schulterschmerzen.
Haertegrad fuer Seitenschlaefer
Seitenschlaefer brauchen tendenziell eine weichere Matratze als Rueckenschlaefer. Der Haertegrad H2 bis H3 ist fuer die meisten Seitenschlaefer optimal. Unter 70 kg Koerpergewicht ist H2 oft die bessere Wahl, zwischen 70 und 100 kg H3. Bei ueber 100 kg kann H3 bis H4 sinnvoll sein, allerdings sollte die Schulterzone trotzdem nachgiebig sein.
Druckpunkte vermeiden
In der Seitenlage entstehen Druckpunkte an Schulter, Huefte und manchmal am Knie. Eine gute Seitenschlaefer-Matratze verteilt den Druck gleichmaessig und vermeidet Spitzenbelastungen. Matratzen mit Viscoschaum-Auflage oder hoher Punktelastizitaet leisten das am besten. Flaechenelastische Matratzen (z.B. einfache Bonellfederkerne) sind fuer Seitenschlaefer weniger geeignet.
Seitenschlaefer vs. Rueckenschlaefer - Der Unterschied
Waehrend Rueckenschlaefer vor allem Lendenstuetzung brauchen, steht beim Seitenschlaefer die Druckentlastung an Schulter und Huefte im Vordergrund. Rueckenschlaefer kommen mit festeren Matratzen besser zurecht, Seitenschlaefer brauchen mehr Nachgiebigkeit. Wenn Sie beide Positionen wechseln, ist eine Matratze mit guter Zonierung der beste Kompromiss.
Das passende Kissen fuer Seitenschlaefer
Ein Kissen mit 12 bis 15 cm Hoehe fuellt den Raum zwischen Schulter und Kopf aus und haelt die Halswirbelsaeule gerade. Zu niedrige Kissen lassen den Kopf abknicken, zu hohe druecken ihn nach oben. Nackenstuetzkissen mit ergonomischer Form sind fuer Seitenschlaefer oft die beste Wahl.
Haeufige Fehler bei Seitenschlaefern
Der groesste Fehler: eine zu harte Matratze waehlen, weil man denkt, fest sei immer besser. Der zweite Fehler: ein zu flaches Kissen verwenden, das die Halswirbelsaeule abknickt. Der dritte Fehler: die Matratze nicht in der eigenen Schlafposition testen. Nutzen Sie die Probeschlafzeit und achten Sie in den ersten Naechten gezielt auf Druckgefuehle an Schulter und Huefte.
Checkliste: Matratze fuer Seitenschlaefer
- Weiche Schulterzone (3-5 cm Einsinken moeglich)
- Stuetzende Lendenzone fuer gerade Wirbelsaeule
- Haertegrad H2-H3 je nach Koerpergewicht
- Hohes Kissen (12-15 cm) fuer Seitenlage
- Punktelastisches Material (Kaltschaum, Viscoschaum oder Taschenfederkern)











